Würzburg: Farbbeutel geworfen

Die Polizei Würzburg berichtet:

WÜRZBURG / STEINBACHTAL. Bereits am vergangenen Wochenende hat ein Unbekannter das Verbindungshaus einer Burschenschaft mit Farbbeuteln beworfen. Die Kripo Würzburg hat inzwischen die weiteren Ermittlungen übernommen und hofft dabei nun auch auf Zeugenhinweise.

Die Sachbeschädigung in der Nikolausstraße muss sich dem Sachstand nach in den frühen Morgenstunden des Samstags, zwischen 01.30 Uhr und 07.00 Uhr, ereignet haben. An der Außenfassade des Gebäudes entstand ein Sachschaden, der sich vermutlich auf mehrere hundert Euro belaufen dürfte.

Wer sachdienliche Hinweise geben kann, die zur Aufklärung des Falles beitragen könnten, wird gebeten, sich unter Tel. 0931/457-1732 mit der Kripo Würzburg in Verbindung zu setzen.

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Jena: Korporierter verprügelt, Auto beschädigt und Brand gestiftet

Wie die Ostthüringer Zeitung berichtet, wurde das Corps Saxonia Jena in den letzten Tagen mehrfach Ziel von mutmaßlich politisch motiviertem Extremismus:

  • In der letzten Woche zündete unbekannte Personen Mülltonnen vor dem Haus an. Die Bewohner konnten den Brand rechtzeitig löschen.
  • Am 27. April wurde ein Mitglied des Corps Hildeso-Guestphalia Göttingen auf dem Weg vom Verbindungshaus zum Hotel von unbekannten Personen auf seine Verbindungsbänder angesprochen. Die Personen versuchten daraufhin, ihm die Bänder zu entwenden und schlugen ihm ins Gesicht. Dem Betroffenen wurde die Nase gebrochen, er wurde im Krankenhaus operiert.
  • Am 28. April wurden bei einem vor dem Haus geparkten Bus die Rückscheibe eingeschlagen.
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Marburg: Vandalismus als Trotzreaktion

Wie die Oberhessische Presse berichtet, haben unbekannte Täter vor wenigen Tagen in Marburg an mehreren Stellen in der Stadt Sachbeschädigungen begangen. Ausweislich der gesprühten Texte soll dies offenbar Protest gegen die Schließung einer linksextremen „Kollektivkneipe“ in der Stadt darstellen. Betroffen von den Schäden ist auch die Burschenschaf Normannia-Leipzig zu Marburg.

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Hannover: Politisch motivierte Schmierereien

Die HAZ berichtet:

Das Gebäude der Studentenverbindung Akademische Landsmannschaft Niedersachsen in der Calenberger Neustadt ist in der Nacht zu Sonntag mit pinker Farbe beschmiert worden. Die Ermittler schließen einen politischen Hintergrund nicht aus und suchen Zeugen.

Die Polizei ermittelt nach einem Farbanschlag auf das Gebäude der Studentenbewegung Akademische Landsmannschaft Niedersachsen in der Calenberger Neustadt in der Nacht zu Sonntag. Das Haus am Weddingufer war mit Beuteln mit pinker Farbe beworfen worden. Zudem waren auf der Straße vor dem Gebäude die Worte „feminist attack“ und „class war“ zu lesen. Die Betroffene Verbindung wollte sich nicht zu dem Vorfall äußern.

Mitglieder der Studentenverbindung hatten die Schmierereien am Sonntag gegen 8 Uhr entdeckt und die Polizei verständigt. Inzwischen steht fest, dass der Anschlag zwischen 2 Uhr und 8 Uhr verübt wurde. Die Polizei kann derzeit einen politischen Hintergrund der Tat nicht ausschließen. Deshalb hat der Staatsschutz die Ermittlungen in dem Fall übernommen. Die Beamten suchen Zeugen. Hinweise nimmt der Kriminaldauerdienst unter (0511) 1 09 55 55 entgegen.

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Frankfurt: Farbbeutelanschlag für den “Frauenkampf”

Mit Ölfarbe gefüllte Eier wurden gegen die Fassade der Straßburger KDStV Badenia zu Frankfurt am Main geworfen.

Im Internetportal Indymedia findet sich ein wirres Bekennerschreiben der mutmaßlichen Täter: 

Um einen Beitrag zu der ausgerufenen Feministischen Offensive, deren inhaltliche Kritik an antifeministischen Institutionen und dem gesellschaftlichen anti-emanzipatorischen Rollback wir teilen ( de.indymedia.org/node/29934), zu leisten, haben wir die farbentragende Studentenverbindung Katholische Deutsche Studentenverbindung Badenia Straßburg zu Frankfurt in Dornbusch in der Nacht vom 18.03.2019 mit 20 Farbgeschossen markiert.

Diese Verbindung veranstaltet das jährliche „Frühshoppen“ am sogenannten „Vatertag“ und bietet somit ein Raum für die Vernetzung von antifeministischen und (neu-)rechten Akteuren.

Letztes Jahr fiel dieses männerbündische Saufgelage auf den 85. Jahrestag der Bücherverbrennung, ein Ereignis, bei dem sich Burschenschaften und Verbindungen maßgeblich beteiligten.

 Ein Angriff auf ihre Räumlichkeiten war längst überfällig!

 Rechte und Sexisten sind hier nicht sicher!

Hier nochmal der Aufruf zur Feministischen Offensive. ( de.indymedia.org/node/29934)

Dieser erschien zeitlich kurz nach dem Ende der im Rhein-Main-Gebiet stattfindenden Aktionstagen #radikalselbstbestimmt.

de.indymedia.org/node/30188

Die Sachbeschädigung wurde zur Anzeige gebracht. Beweismittel wurden von der Polizei sichergestellt, darunter auch Videoaufnahmen.

Dieser Angriff steht offenbar im Zusammenhang mit anderen Angriffen der letzten Tage auf die Burschenschaft Arminia, die KStV Frankonia Straßburg zu Frankfurt am Main, das ökumenische Zentrum Christuskirche und auch ein CDU Parteibüro im Frankfurter Nordend.

Der Schaden wird auf ca. 2-3.000EUR geschätzt.

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Frankfurt: Farbanschlag nach Aktionsaufruf

Nach einem Akt von Vandalismus in Darmstadt (wir berichteten) kam es offenbar zu einer Tat von Trittbrettfahrern in Frankfurt am Main. In einem Bekennerschreiben im Internetportal Indymedia äußern sich die vermeintlichen Täter zu einem Farbanschlag auf das Haus der Frankfurt-Leipziger Burschenschaft Arminia:

(FFM) Beitrag zur feministischen Offensive/ Angriff auf Burschenschaft Arminia

In der Nacht vom 13.03 auf den 14.03.19 haben wir uns zusammengefunden, um das Verbindungshaus der schlagenden und farbentragenden Burschenschaft Arminia in Frankfurt (Stadtteil Sachsenhausen) anzugreifen. 20 mit Farbe gefüllte Wurfgeschosse verschönerten die Fassade dieser braunen Institution.

Hiermit möchten wir einen Beitrag zu der von unseren Genoss*innen ausgerufenen feministischen Offensive leisten, welche zu Aktionen gegen rückwärtsgewandte Strukturen aufruft.

In deren Text heißt es:

„Burschenschaften, (neu)rechte und fundamentalistische Kräfte und damit auch explizit ihre Räumlichkeiten sollten daher stets ein Ziel der antifaschistischen Initiative sein. Aus feministischer Sicht ist es unsere Aufgabe, omnipräsenten Antifeminismus aufzudecken und zu bekämpfen.“

Wir hoffen das sich viele Gruppen daran beteiligen und die Auswahl der Ziele vielfältig ist.

Darüber hinaus möchten wir den Genoss*innen gratulieren die in Darmstadt für einen feministischen Durchzug gesorgt haben! Außerdem wollen wir hier auch unsere Freude über die vielen feministischen Aktionen in Kontext der Aktionstage „#radikalselbstbestimmt“ im Rhein-Main-Gebiet zum Ausdruck bringen.

Weiterhin heißt es Frauen*Kampftag ist jeden Tag!

In diesem Sinne: Reaktionäre angreifen – Als Druff!

de.indymedia.org/node/29948

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Darmstadt: Farbbomben und Scherben

Die Polizei Darmstadt berichtet:

Durch das Werfen mehrerer Farbbeutel, die am frühen Donnerstagmorgen (14.3.) an dem Gebäude einer Darmstädter Studentenverbindung in der Alexanderstraße landeten, haben bislang unbekannte Täter einen Schaden von mindestens 2500 Euro verursacht. Nach ersten Erkenntnissen gingen dabei mehrere Fensterscheiben zu Bruch. Die Ermittlungsgruppe-City der Darmstädter Polizei hat die weiteren Untersuchungen übernommen und sucht Zeugen mit sachdienlichen Hinweisen. Wer gegen 3.30 Uhr in der Alexanderstraße verdächtige Beobachtungen gemacht hat oder Hinweise zu den Tätern geben kann, wird gebeten, sich mit den Beamten in Verbindung zu setzen (Rufnummer 06151/969-0).

Im Internetportal Indymedia haben sich die mutmaßlichen Täter mit einem  Bekennerschreiben geäußert. Bemerkenswert ist dabei, dass sie sowohl die betroffene Studentenverbindung offenbar mit einer anderen Darmstädter Verbindung verwechselt und auch deren Verband mit einem anderen vermischt haben. Die Täter scheinen von ihrem Eifer so intensiv vereinnamt worden zu sein, dass die Tat nicht einmal die aus ihrer Sicht „Richtigen“ traf. Wir dokumentieren das krude Bekennerschreiben in voller Länge:

Burschenschaft Germania angegriffen

In der Nacht vom 13. auf den 14. März haben wir, eine Gruppe autonomer Feminist*innen, die Alte Darmstädter Burschenschaft Germania in der Alexanderstraße in Darmstadt angegriffen. Mit Hämmern haben wir ihre Scheiben zu den unteren Gemeinschaftsräumen eingeschlagen und das Haus mit Farbe markiert.

Die Burschenschaft Germania ist Mitglied im Dachverband „Allgemeine Deutsche Burschenschaft“, in der spätestens seit der Kontroverse um den Ariernachweis und dem Austritt aller nicht-ganz-so-völkischen Burschenschaften (die natürlich immer noch fürchterlich männerbündisch und reaktionär sind) nur noch völkisch-nationalistische Burschenschaften Platz haben.

Wie in jeder Burschenschaft dürfen in der Germania nur Männer partizipieren, es wird hiermit ein von konservativen bis völkischen Traditionen geprägtes Männerbündnis über Generationen aufrecht erhalten, um eine exklusive patriarchale Struktur zu stützen. Es ist mittlerweile auch kein Geheimnis mehr, dass Burschenschaften eng mit (neu)rechten Strukturen vernetzt sind und zum Beispiel Parteien wie die AfD stützen und auch immer mehr versuchen in der Studierendenschaft, sowie in offiziellen Uni-Gremien Fuß zu fassen, um die Unipolitik konservativ bis rechts zu gestalten. Die Germania ist noch dazu eine schlagende Burschenschaft, das heißt, dass ihre Männer gerne schlecht miteinander fechten, um sich zu beweisen, wer der krasseste von ihnen ist.

Das sind für uns genug Gründe für einen Auftakt zu einer feministischen Offensive gegen rückwärtsgewandte Strukturen. Nicht nur Burschenschaften können also Ziele dieser Offensive sein, auch andere Objekte und Strukturen,die wissentlich von reaktionären Kräfte genutzt werden und somit in einem Stadtbild eine Öffentlichkeit bekommen. Wir rufen dazu auf ihnen diese Räume zu nehmen, ihnen zu Schaden und ein feministischen emanzipatorischen Gegenentwurf zu diesen reaktionären Kräften zu zeichnen:

Im Zuge des Rechtsrucks verfestigen sich vorgeblicher Wertkonservatismus und Antifeminismus als grundlegendes ideologisches Moment weltweit. Die Auflehnung gegen die Unterdrückung durch das Geschlecht äußert sich durch Mobilisierung im öffentlichen Raum: Anti-Abtreibungskämpfe in Polen, Proteste gegen feministisches Aufbegehren im Iran, Verbot der Gender-Studies in Ungarn sowie die „Demo für alle“ stellen nur einen schablonenhaften Ausschnitt, hierfür dar.

Auf staatlicher Ebene kumulierte Antifeminismus jüngst in eine Verschlechterung von Frauenrechten. Der Paragraph 219a ist schlimmer als je zuvor: Aufklärung zum Leben und zur Selbstbestimmung der Frau über ihren Körper wurden vor wenigen Wochen per Gesetz durch die GroKo zur Straftat erklärt. Weiter werden Kundgebungen von AbtreibungsgegnerInnen wie die vor Profamilia, durch staatliche Exekutivorgane geschützt. Und Störungen gegen diesen Ausdruck patriarchaler Gewalt kriminalisiert.

Die Übernahme misogyner Positionen steht auch in Verbindung mit dem Erstarken neuer und extrem rechter Strömungen. Proaktiv vermitteln Sie ein heteronormatives Geschlechterbild, schränken die Frau* in Intellekt und Handeln ein. Vielmehr soll sie in Ihrer Rolle Fürsorge leisten. Als Mutter sei es außerdem ihre „natürliche“ Bestimmung, den „Volkskörper“ zu erhalten und zu erziehen.
Entscheidend für ihr Wirken sind bis heute legitimierte öffentliche und private Räume in unseren Städten. Burschenschaften, (neu)rechte und fundamentalistische Kräfte und damit auch explizit ihre Räumlichkeiten sollten daher stets ein Ziel der antifaschistischen Initiative sein. Aus feministischer Sicht ist es unsere Aufgabe, omnipräsenten Antifeminismus aufzudecken und zu bekämpfen.

Die Geschlechterfrage ist stets genuiner Bestandteil des kapitalistischen Systems.
Ungleiche Wertigkeit von Arbeit der patriarchalen Strukturen sind ihr dominantes Prinzip. Wir streben an, dieses Prinzip aufzuheben und jegliche reaktionären Formierungen aufzudecken, und ihnen emanzipatorische Strategien und Handlungsfelder entgegenzustellen.
Im Rahmen des Frauenkampftags gilt es sich zusammenzuschließen und entschlossen gegen Burschenschaften, Verbindungen, AfD sowie FundamentalistInnen vorzugehen.

Der 8. März ist vorbei, doch der Kampf geht weiter: Genoss*innen, schließt euch den Protesten gegen die regressiven Strukturen in euren Städten an!

Wie die feministische Kampange zum 8. März aus Frankfurt am Main, die wir feiern, denn Frauen*kampftag ist jeden Tag. Wir sagen: Burschis anpinkeln ist #radikalselbstbestimmt!

Für die Verwirklichung menschlichen Potenzials jenseits seiner Verwertbarkeit!
Privilegierungen abschaffen! Antifaschismus und Feminismus zusammendenken! Solidarität.

de.indymedia.org/node/29934

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