Tübingen: Graffiti zum „Frauenkampftag“

Unbekannte Personen haben in der Nacht zum 5. März mehrere Verbindungshäuser in der Tübinger Gartenstraße mit politischen Graffiti verunstaltet.

Die mutmaßlichen Täter bekennen sich im Internet in einem kruden Schreiben:

[Tübingen] Feministische Stencilaktion an Burschenschaftshäusern zum Frauenkampftag: Nieder mit dem Patriarchat – am 8. März auf die Straße!

In der Nacht zum Donnerstag, 05. März haben wir in der Gartenstraße in Tübingen drei Verbindungshäuser mit Stencils markiert sowie deren Eingansschilder, mit den Namen der Burschenschaften, übersprüht. Die Parole „Nieder mit dem Patriarchat!“ und die feministische Faust, mit der die drei schlagenden Burschenschaften verschönert wurden, weisen auf die patriarchalen Strukturen hin, die nach wie vor Teil dieser Gesellschaft sind sind und zu deren Erhalt Studentenverbindungen und vor allem Burschenschaften einen maßgeblichen Beitrag leisten.

 

1. „Burschenschaft Germania“, in der Gartenstraße 3
Mitglied im „Arbeitskreis Tübinger Verbindungen“ (AKTV) und im „Süddeutschen Kartell“
Männerbund, pflichtschlagend und farbentragend (rot, gold, schwarz)

2. „Straßburger Burschenschaft Arminia“, in der Gartenstraße 46
Mitglied im „Arbeitskreis Tübinger Verbindungen“ (AKTV) und im „Kartell Roter Burschenschaften“, ehemaliges Mitglied des Dachverbandes „Deutsche Burschenschaft“
Männerbund, pflichtschlagend und farbentragend (schwarz, rot, gold)

3. „Landsmannschaft Ghibellinia“, Gartenstraße 51
Mitglied im „Arbeitskreis Tübinger Verbindungen“ (AKTV) und „Coburger Convent“
Männderbund, pflichtschlagend und farbentragend

Das tun sie bspw. durch die Aufrechterhaltung vermeintlich unabänderlicher Rollenvorstellungen von „männlich“ und „weiblich“, einem zwanghaften Beweisstreben von „Männlichkeit“, dem Schlagen der Mensur, den elitären Seilschaften und auch durch ihre Verbindungen in die AfD oder die Identitäre Bewegung etc. Der strukturelle Ausschluss von Frauen* in vielen Verbindungen und deren Herabwürdigung als bloßes schmückendes Beiwerk uvm., stehen einer befreiten Gesellschaft entgegen. Deshalb müssen wir Studentenverbindungen und allen anderen, die ein System stützen und vorantreiben, das von Sexismus, Antifeminismus anderen Formen der Diskriminierung profitiert, mit Widerstand konfrontieren.

Dieses Datum wurde nicht zufällig gewählt. Am 8. März ist internationaler Frauen*kampftag. An diesem Tag werden Frauen* weltweit auf die Straße gehen und ihrer Wut über die aktuell herrschenden patriarchalen Strukturen und kapitalistischen Verhältnisse Ausdruck verleihen. Sie schließen sich zusammen und organisieren sich, um für eine solidarische und feministische Gesellschaft zu kämpfen.

Für eine Welt ohne Unterdrückung der Frau*!

Nieder mit dem Patriarchat!
Frauen die kämpfen, sind Frauen, die leben!

Übrigens: 1x im Jahr treffen sich die Tübinger Verbindungen, zu einem sog. Bürgerfrühschoppen. Dieser soll in diesem Jahr am Sonntag, 17. Mai statt finden. Ein Grund, um auf die Straße zu gehen!

Quelle: de.indymedia.org/node/70399

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