Eisenach: Burschenschaftsdenkmal massiv beschädigt

Unbekannte Täter haben Anfang der Woche das Burschenschaftsdenkmal in Eisenach massiv beschädigt. Sie spritzten großflächig eine teerhaltige Flüßigkeit auf die Außenwand des Gebäudes und das zum Ensemble gehörige Langemarckdenkmal. Außerdem schlugen sie ein Fenster ein und verspritzten durch das Loch auch im Inneren Farbe.

Die Thüringer Allgemeine schreibt:

Monika Philipp, die am Dienstag kurz vor 10 Uhr ihren Dienst im Denkmal antreten wollte, entdeckte zunächst die Schmierereien mit rosa und violetter Farbe. Über mehrere Quadratmeter ziehen sich die Farbfelder über die Süd-West- und die Nord-Ost-Fassade hin. Eine weiße Masse, vermutlich Silikon, drückten die Täter zusätzlich in das Türschloss des Eingangsportals. Die Tätergruppe, die nach den Aufzeichnungen der Videoüberwachung aus sechs vermummten Personen bestand, zertrümmerten mit brachialer Gewalt ein Fenster aus Bleiglas und die davor schützende Panzerglas-Scheibe. „Das ist der übelste Anschlag, den wir je hatten“, ist Alex Zimmermann völlig aufgelöst. Er ist seit Juni neuer Vorsitzender des Denkmalerhaltungsvereins. Nach ersten Erkenntnissen füllten die Täter Feuerlöscher mit einer schwarzen, teerhaltigen Masse und sprühten den Inhalt durch das eingeschlagene Loch im Fenster in den Innenraum. „Der Kassenbereich, die Sitzbänke und der ganze Fußboden wurden beschädigt“, erzählt Carolin Klein.

Burschenschaftsdenkmal bleibt für mehrere Monate für Besucher geschlossen

Schäden im fünfstelligen Bereich

Neben dem Burschenschaftsdenkmal machten sich die Täter auch an der nahen Langemarck-Gedenkstätte zu schaffen, die an die gefallenen Soldaten der Flandernschlacht von 1914 erinnert. Mit der schwarzen, dicken Teerfarbe befleckten die Täter die Natursteinmauern. „Das ist Störung der Totenruhe“, ärgert sich Carolin Klein.

Den letzten größeren Angriff erlebte das Denkmal 2016. Die Entfernung der Farbe von der Fassade verschlang damals rund 15.000 Euro. Jetzt werden die Schäden im Außenbereich auf etwa 30.000 bis 40.000 Euro geschätzt. „Im Innenbereich ist es so schlimm, da kommt insgesamt sogar ein hoher fünfstelliger Betrag zusammen“, sagt Carolin Klein.

Polizei wertet Kamerabilder aus

Zunächst war gestern geplant, das Museum Burschenschaftsdenkmal, das an 87 im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 gefallenen Burschenschafter erinnert, während der Schadensbehebung für Besucher zu sperren. Der Denkmalerhaltungsverein will es aber nun für die Öffentlichkeit als Anschauung mutwilliger politischer Zerstörung doch offen halten. „Wir bekommen die Ergebnisse vom Ausgang der Landtagswahl zu spüren“, ärgert sich Alex Zimmermann. Firmen würden sofort beauftragt, die Schäden zu beseitigen.

Die Polizei nahm bereits kurz nach der Entdeckung die Ermittlungen auf. Zur Spurensicherung rückte das Tatort-Team der Polizeidirektion an. Die Videoüberwachung zeichnete ab 1.16 Uhr das Geschehen auf. Die Polizei wertet nun die Bilder der vier, an verschiedenen Punkten installierten Kameras aus. Auch die Staatsanwaltschaft ist in die Ermittlungen eingebunden. Die Deutsche Burschenschaft, als Dachverband der Verbindungen, setzte inzwischen für die Ergreifung der Täter eine Belohnung von 10.000 Euro aus.

Ergänzung (3. November):

Bei Youtube wurden Aufnahmen der Überwachungsvideos veröffentlicht, die das koordinierte Vorgehen der vermummten Täter zeigen.

 

Unbenannt

Ergänzung (9. November):

Die mutmaßlichen Täter brüsten sich auf der Internetseite Indymedia mit dem Vandalismus:

(Eisenach) Burschenschaftsdenkmal angegriffen

„Die Sanierungsarbeiten an der Rotunde des Burschenschaftsdenkmals wurden erst am Dienstag abgeschlossen“

„Im Innenbereich ist es so schlimm, da kommt insgesamt sogar ein hoher fünfstelliger Betrag zusammen“

„Das ist der übelste Anschlag, den wir je hatten“

24 Stunden nach den finalen Wahlergebnissen in Thüringen haben wir das Burschenschaftsdenkmal in Eisenach beschädigt. Die historischen Sandsteinwände, Innenraum inklusive Ragnarök-Gemälde und die Langemarck-Gedenkstätte zieren nun rosa und schwarz. Zudem haben wir das Schloss der einzigen Tür verklebt.

Euren Zitaten, eurem Ärger sowie den Bildern ist nichts mehr hinzuzufügen.
Alte und neue Rechte zu Boden, Kampf den Feinden der Emanzipation.

PS: Studentenkorbs haben schon in den 1920ern auf Arbeiterinnen und Arbeiter geschossen um die Interessen der Oberschicht durchzusetzen. Das war noch fünf Bachelor-Längen bevor sie als Teil der NSDAP Bücher verbrannten. Ja liebe DB, ihr seid auch dabei gewesen.

de.indymedia.org/node/43423

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