Gruppe greift Korporierte an, mehrere Verletzte

BlutspurenAm Abend des 8. Mai attackierten 10 bis 15 unbekannte Personen das Haus Fuhrsmannsgasse 18 in Wien, in dem die katholische Verbindung Danubia, die Schülerverbindung Ghibellinia und die Burschenschaft Moldavia Räume unterhalten. Zwei Korporierte und ein Gast, die auf dem Weg zu einer Feier bei Danubia waren und sich in der Eingangshalle befanden, wurden von den Tätern tätlich angegriffen. Ein Mitglied des KÖStV Borussia Wien im MKV wurde eine blutige Nase geschlagen (siehe Bild), außerdem verlor er seine Brille, ein anderer erlitt einen Nasenbeinbruch. Der Gast – ein Besucher aus Kasachstan – wurde derart verprügelt, dass er bewusstlos wurde und im Krankenhaus behandelt werden musste.

947081_4745409236388_1269470537_nErgänzung (13. Mai 2013): Es besteht ein mutmaßlicher Zusammenhang mit Veranstaltungen zum 8. Mai 1945, dem offiziellen Ende des 2. Weltkriegs. In den vergangenen Jahren hatten Wiener Verbindungen an diesem Tag in einem Totengedenken aller Opfer dieses Kriegs gedacht. Dabei kam es regelmäßig zu Ausschreitungen und Demonstrationen von Korporationsgegnern. Da die Polizei auch in diesem Jahr mit Aktionen gegen Verbindungen rechnete, wurden mehrere Häuser durch Polizei und Absperrungen gesichert. Das Haus in der Fuhrmannsgasse blieb ungeschützt, da die Polizei offensichtlich davon ausging, dass die 100 Meter entfernte Polizeidienststelle genügend Abschreckungspotential für Gewalttäter biete. Trotzdem brauchte die Polizei fünf Minuten nach der Alarmierung, bis erste Beamte erschienen.

Die Täter wurden vermutlich über Twitter von der Veranstaltung in der Fuhrmannsgasse in Kenntnis gesetzt. Ein Jonas Reis schrieb wenige Stunden vor der Veranstaltung:

„0105 burschi feier @ Fuhrmanng./Florianigasse, 1 Streife davor #nowkr

Der verletzte Gast hatte zum Tatzeitpunkt einen Gipsarm, was die Täter nicht davon abhielt, ihn anzugreifen.

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Ergänzung (15. Mai 2013): Wie die vor Ort ansässige Burschenschaft Moldavia auf ihrer Internetseite berichtet, haben die Gäste des direkt am Tatort gelegenen Biergartens „Tunnel“ sowohl Erste-Hilfe-Maßnahmen als auch Aussagen gegenüber den Polizisten verweigert, obwohl der Vorfall direkt vor ihnen stattfand. Von diesen Personen seien Kommentare wie „Ihr habt es doch verdient“ oder „Gut so, dass ihr endlich auf die Schnauze bekommt“ zu hören.

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Ergänzung (30. Mai 2013): Das österreichische Nachrichtenmagazin „Standard“ berichtete über den Vorfall.

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2 Antworten zu Gruppe greift Korporierte an, mehrere Verletzte

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