In eigener Sache

Dieser Brief wurde heute auf elektronischem Weg an eine große Anzahl von Korporationen verschickt.

Sehr geehrte Damen und Herren Korporierte!

Wie viele von Ihnen wissen dürften, hat der Convent Deutscher Akademikerverände (CDA) für die Jahre 2010 und 2011 umfassende Datensammlungen und Statistiken zum Thema Gewalt gegen Studentenverbindungen erstellt. Auf diese Weise konnte ein medial kaum beachtetes Phänomen – wenigstens kurzzeitig – in der Öffentlichkeit platziert werden. Die zunehmenden Anfeindungen, die in Brandstiftungen, schweren Körperverletzungen und versuchtem Totschlag ihre traurigen Höhepunkte erreicht haben, sind keine Einzelfälle, sondern haben im Anbetracht der Anzahl der Taten im Schnitt bereits jede zehnte Korporation erreicht.

Leider hat die Statistik des CDA zwei Nachteile. Zum Einen steht sie bisher nicht in ihrem vollen Umfang frei und digital zur Verfügung. Dies ist vor allem im täglichen Umgang problematisch, wenn man Bekannten und Diskussionspartnern auf die Schnelle das Ausmaß der Taten verdeutlichen möchte.

Das zweite Problem wiegt schwerer: Nach einem beispiellosen Exodus ist der CDA mittlerweile auf eine Hand voll Korporationen geschrumpft. Darüber hinaus verweigern immer mehr Verbindungen die Zusammenarbeit mit dem CDA und verzichten auf die Meldung von Gewalttaten gegen Verbindungen. Auch wenn uns ein gemeinsames Dach aller Studentenverbindungen am Herzen liegt, sehen wir die derzeitigen Hürden auf dem Weg zu diesem Ziel. Nichtsdestotrotz möchten wir aber in diesem akuten Problembereich, der Gewalt gegen Verbindungen, nun nicht die Flinte ins Korn werfen, sondern die Initiative ergreifen.

Wir haben zu diesem Zweck die „Initiative für Toleranz und Zivilengagement“ gegründet. Mit ihr wollen wir die Öffentlichkeit über kaum beachtete Auswüchse politisch motivierten Extremismus‘ informieren. In unserem zentralen Organ, dem Blog

https://iftuz.wordpress.com/

sammeln wir deswegen erfolgte und angekündigte Gewalttaten und andere damit in Zusammenhang stehende Nachrichten.

Dazu benötigen wir Ihre Mithilfe!

  • Informieren Sie uns umgehend über Gewalttaten gegen Sie, Ihre Verbindungen und auch Vorfälle, welche Ihnen nur zu Ohren gekommen sind.
  • Informieren Sie uns auch über Taten, die in der Vergangenheit liegen. Gerade das Jahr 2012 war ein Jahr großer medialer Aufmerksamkeit für Korporationen, ohne Rückgriff auf die Dokumentationen des CDA konnten wir jedoch noch keine so umfassende Sammlung für dieses Jahr erstellen.
  • Leiten Sie diese Nachricht in Ihren internen Verteilern weiter und senden Sie sie an Ihre korporierten Kontakte.
  • Teilen Sie unsere Nachrichten zu Gewalttaten in sozialen Netzwerken und berichten Sie Ihrem privaten Umfeld. Sollten diese Vorfälle in (lokalen) Medien ihren Niederschlag finden, schreiben Sie Leserbriefe und schalten Sie die Politik ein. Konfrontieren Sie politische Gegner der Korporationen mit den Auswirkungen ihrer Kampagnen!

Am Namen unserer Gruppe können Sie vielleicht schon erkennen, dass wir von den Gegnern der Korporationen gelernt haben. Viele Organisationen gegen politischen Extremismus bestimmter Provenienz werden von Medien, Wissenschaft und Politik unterstützt. Das ist knallharte Lobbyarbeit, und wir möchten unseren Teil dazu beitragen, dass beide Arme des „Hufeisens“ gleichmäßig beschlagen werden und Gewalt gegen Andersdenkende nicht zu einer Tugend wird!

Wir hoffen auf Ihre Mitarbeit und verbleiben

mit studentischen Grüßen

die Initiative für Toleranz und Zivilengagement

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